Alexander Hundeshagen

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    False Balance

    Das Phänomen der False Balance ist vor allem in den Medien und in wissenschaftlichen Diskursen ein Thema, betrifft aber auch den politischen Bereich. Es handelt sich um eine mediale Verzerrung, bei der wissenschaftliche Fakten und zum Teil abweichende Meinungen einander gleichwertig gegenübergestellt werden. Dadurch kommt es zu einer falschen Gewichtigkeit der Positionen, wodurch wiederum die öffentliche Meinung beeinflusst wird.

    Was ist False Balance? Eine Erklärung

    Aus dem Englischen übersetzt bedeutet False Balance „falsche Ausgewogenheit“ und bezieht sich auf die Gleichsetzung von Fakten und Meinungen. Das betrifft insbesondere den Wissenschaftsjournalismus und die Darstellung wissenschaftlicher Fakten in den Medien. Im Journalismus ist es üblich, eine Vielfalt an Meinungen zu präsentieren, um Meinungspluralität zu erzeugen. Allerdings kann hierbei ein falsches Bild des wissenschaftlichen Konsenses entstehen, indem einer deutlichen Minderheitsmeinung unnötig viel Raum gegeben wird. Kommen in den Medien zwei unterschiedliche Meinungen gleichermaßen zu Wort, erweckt das bei der Öffentlichkeit den Eindruck, dass beide Standpunkte gleichwertig seien, obwohl in der Wissenschaft ein deutlicher Konsens für eine der beiden Positionen vorliegt. 

    Beispiele für falsche Ausgewogenheit im öffentlichen Diskurs

    Typische Beispiele sind die Klimakrise und die Corona-Pandemie. Basierend auf wissenschaftlichen Fakten, sind inzwischen 97 Prozent der Wissenschaftler der Meinung, dass der durch Menschen verursachte Klimawandel tatsächlich existiert. Indem in einem Beitrag allerdings auf der einen Seite ein Wissenschaftler zu Wort kommt, der den Klimawandel für belegt hält, und auf der anderen Seite ein Klimaleugner, entsteht eine falsche Wahrnehmung des wissenschaftlichen Konsenses. Beim Publikum wird der Eindruck erweckt, dass beide Positionen gleichwertig seien und die wissenschaftliche Meinung zum Thema 50:50 beträgt. Tatsächlich liegt das Verhältnis aber bei 97:3. Auch in der Corona-Krise kam und kommt es immer wieder zu einer Verzerrung der Wahrnehmung, da naturwissenschaftlich gesicherte Fakten gleichwertig den Meinungen von Verschwörungstheoretikern gegenübergestellt werden. 

    Auswirkungen von False Balance: Warum ist falsche Ausgewogenheit ein Problem?

    Die falsche Ausgewogenheit kann aus dem journalistischen Wunsch heraus entstehen, ein Thema von allen Seiten beleuchten und Neutralität vermitteln zu wollen. Das Problem besteht jedoch darin, dass bei der Gegenüberstellung von zwei Positionen zweifelhaften Meinungen der Anschein von Seriosität gegeben wird. Während eine wissenschaftliche Meinung oder ein wissenschaftlicher Konsens auf gesicherten Fakten basiert, gilt das nicht unbedingt für gegensätzliche Meinungen. Basieren diese nur auf Argumenten und nicht auf Belegen oder lassen Informationen unberücksichtigt, ist es unverhältnismäßig, sie gleichwertig mit dem wissenschaftlichen Konsens zu behandeln. Geschieht dies dennoch, weckt das Zweifel am wissenschaftlichen Kenntnisstand. Themen, die in der Fachwelt als unumstritten gelten, wie zum Beispiel der Klimawandel oder der Tabakkonsum, werden plötzlich kontrovers diskutiert und als umstritten betrachtet. Vor diesem Hintergrund kann False Balance zur Verbreitung von Falschinformationen und Fake News beitragen, indem wissenschaftlich haltlose Thesen als plausibel präsentiert werden. Minderheitenmeinungen erhalten auf diese Weise unnötig viel Aufmerksamkeit und Interessengruppen nutzen False Balance in der Berichterstattung für sich aus. Die Gefahr besteht jedoch darin, dass Menschen aufgrund der falschen Darstellung Risiken nicht mehr richtig einschätzen können – und das unter Umständen mit schweren Folgen. 

    Fakten vs. Meinungen: Was tun gegen False Balance?

    Um False Balance zu vermeiden, wäre es verkehrt, andere Meinungen einfach nur zu ignorieren. Vielmehr können im Vorfeld der Berichterstattung Klarheit und Transparenz hilfreich sein, wie zum Beispiel ein Hinweis darauf, dass eine bestimmte Meinung nur von wenigen Wissenschaftlern geteilt wird. Sinnvoll ist ebenfalls eine Begründung, warum zu einem Thema nur eine bestimmte Anzahl von Forschern oder Experten ihren Standpunkt vertreten hat. Die BBC weist in ihren redaktionellen Leitlinien beispielsweise darauf hin, dass sie nicht einfach nur eine „Vielfalt der Meinungen“ abbildet, sondern beabsichtigt, „das unterschiedliche Gewicht der Sichtweisen“ und die Stärke des Konsenses abzubilden. Ziel sei es, dem Publikum ein realistisches Bild des aktuellen Wissenschaftsstands zu vermitteln. Bei der Recherche zu bestimmten Themen, ist zudem eine gesunde Skepsis geboten. In der Wissenschaft werden Theorien und Thesen durch den Peer-Review-Prozess geprüft, bevor diese in der Fachliteratur publiziert werden. Das heißt, fragwürdige Thesen können jederzeit mit fachlichen Beiträgen abgeglichen werden, die den Peer-Review-Prozess durchlaufen haben und als gesichert gelten.

    Über den Autor
    Alexander Hundeshagen
    Alexander Hundeshagen ist Geschäftsführer der reputativ GmbH. Mit der Marke reputativ®, die auf Reputationsmanagement und Omnichannel-PR spezialisiert ist, engagiert sich das Unternehmen für die Steigerung und den Erhalt des guten Rufes und fördert das positive Bild ihrer Kunden.

     

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