Der Streisand Effekt

31.03.2017

Die Informationsverbreitung des Internets läuft in der heutigen Zeit rasant schnell ab. Sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen bedeutet das, dass sie eine Strategie benötigen, die mit sensiblen Informationen umzugehen weiß. Werden diese nicht richtig kommuniziert oder falsch vermittelt, können sie in ein negatives Feedback umschlagen. Der sog. „Streisand Effekt“ steht stellvertretend für ein digitales Ereignis, dass - im Gegensatz zu den Absichten des Betroffenen dieses zu unterbinden - Informationen schneeballartig verbreitet und die Aufmerksamkeit darauf zieht.

Woher hat der Streisand Effekt seinen Namen?

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2003 wurde eine Luftbildaufnahme des Privatgrundstücks der Schauspielerin und Sängerin Barbara Streisand in der digitalen Galerie eines Fotografen publiziert. Der Versuch ihrerseits, diese Aufnahmen aus dem Internet löschen zu lassen, um ihre Privatsphäre zu schonen, hatte zur Folge, dass der Aufnahme eine unerwartet hohe Aufmerksamkeit zu Teil wurde. Die Fotografien wurden vielfach online gestellt und auf verschiedenen Plattformen geteilt. Ohne die anschließende Geldklage über 50 Millionen Dollar wäre Streisand eine negative Publicity womöglich erspart geblieben, da der Fotograf Kenneth Adelmann aus geografischen Interesse seine Fotos ausstellte, ohne dabei Angaben zu personengebundener Informationen auszuweisen. Seit diesem Eklat bezeichnet man einen Vorgang, bei dem Informationen in ihrer Verbreitung ursprünglich unterdrückt werden sollten, jedoch im Resultat dessen einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden, als sog. „Streisand Effekt“.

Prominente Beispiele für den Streisand Effekt

Drei Jahre nach der Foto-Misere der Namensgeberin Barbara Streisand ging der deutsche Komiker Atze Schröder rechtlich dagegen vor, dass eine Zeitung seinen bürgerlichen Namen veröffentlichte. Durch das mediale Aufsehen, das durch die Klage hervorgerufen wurde, verbreiteten sich die Informationen über seinen bürgerlichen Namen gegen seinen Willen deutlich.

Ein weiteres Beispiel repräsentiert einen Spanier, der verhindern wollte, dass sein Name bei bestimmten Suchergebnissen in der digitalen Recherche auftaucht. Seine Klage beim Europäischen Gerichtshof bezüglich des „Rechts auf Vergessenwerden“ zog eine weltweite Popularität nach sich, die neben seinem Namen ebenfalls die Gründe für seine Klage offenlegte und publik machte.

Auch große Unternehmen, wie die Essener Verkehrs AG, unterschätzen oftmals die Nachwirkungen von Nachrufen im öffentlichen Raum. 2012 wollte die „EVAG“ u.a. negative Kommentare bei Twitter unter Kontrolle bringen, indem sie den namensgleichen Hashtag verbieten lassen wollte. Der Tweet als solches, richtete sich jedoch lediglich an einen Satire-Account, der über verschiedene Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs witzelte. Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Klageabsicht verbündete sich die Twitter-Gemeinschaft gegen die Essener Verkehrsbetriebe und platzierte zahlreiche Satire-Tweets, sodass der zu verbietende Hashtag zeitweise der Meistverwendete in den Twitter-Charts darstellte.

Faktenwissen im Überblick – Der Streisand Effekt

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Das digitale Phänomen als solches entsteht nicht automatisch, es steht für die Summe an gezielten und bewussten Handlungen einzelner Akteure, die aus reiner Neugier oder Überzeugung Informationen verbreiten. Ein weiterer Begriff der mit dem „Streisand Effekt“ einhergeht, ist „Shitstorm“. Der Duden definiert diese Begrifflichkeit als einen „Sturm der Entrüstung in einem Kommunikationsmedium des Internets, der zum Teil mit beleidigenden Äußerungen einhergeht“ und versteht sich im Allgemeinen als das massige Auftreten negativer Kritik gegen Personen oder Unternehmen innerhalb kürzester Zeit.

Der Vorgang wird von Wissenschaftlern als ein Phänomen der umgekehrten Psychologie erklärt. Dabei kann das Verhalten einer Person dadurch beeinflusst werden, dass sie Anweisung von jemand anderem erhält, etwas nicht zu tun – das Gegenteil tritt ein. Problematisch am digitalen Zeitalter ist, dass sich Informationen nicht nur schnell, sondern auch viral und exponentiell verbreiten und der Schaden für die Reputation einer Person des öffentlichen Lebens meist irreparabel wird. Wir von reputativ© haben uns darauf spezialisiert, Ihnen einen ganzheitlichen Service anzubieten, der Vor- und Nachsorge akuter Situationen umfasst, der Ihre bestehende Online-Präsens einsieht und regelmäßig überwacht, sodass Szenarien wie der Streisand-Effekt reine Theorie bleiben.

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