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Astroturfing

Definition

Der Begriff Astroturfing kommt aus dem englischsprachigen Raum und leitet sich vom englischen Wort für Kunstrasen (Astroturf) ab. Sinngemäß übersetzt und im Kontext von der Thematik Grassroots (Graswurzelbewegung) betrachtet, bedeutet Astroturfing künstliche Graswurzelbewegung.

Beide Begrifflichkeiten sind vor allem im US-amerikanischen Raum verbreitet. Grassroots beschreibt eine organisch und auf Eigeninitiative zurückgreifende entstehende Bewegung, die ein bestimmtes Ziel verfolgt oder eine definierte Botschaft verbreiten will.

Astroturfing baut auf dieser Grundlage auf, soll eine organisch entstandene Bewegung jedoch nur implizieren. Im Rahmen von politischen Debatten und Wahlen oder auch im Rahmen von unternehmerischen Tätigkeiten sollen oft bestimmte Themen in den Fokus gerückt werden. Soll dies nicht kalkuliert wirken, kann auf Astroturfing zurückgegriffen werden. Grundlegendes Ziel ist es, die öffentliche Debatte zu steuern.

Kritik am Astroturfing

Die Vortäuschung von demokratisch entstandenen Bewegungen ruft bei der Aufdeckung fast ausschließlich negative Reaktionen in Medien und Gesellschaft hervor. Sie werden als nicht legitime öffentliche Einflussnahme sowie moralisch verwerflich gesehen und können sich für die ausführenden Organisation als massiver Reputationsverlust herausstellen.

Welche Methoden gibt es beim Astroturfing?

Astroturfing hat den Zweck, die Emotionen der Öffentlichkeit zu beeinflussen und eine starke öffentliche Meinung zu präsentieren. Vor allem in der Politik kommt Astroturfing häufig vor, um möglichst viele Menschen zu beeinflussen und ihre Meinung zu ändern. Doch wie gehen sie vor?

Astroturfing funktioniert über die Ansprache der Öffentlichkeit auf emotionaler Ebene. Themen, die organisch keine oder nur lokale Relevanz haben, werden gezielt aufgebauscht, um der Gesellschaft eine öffentliche Debatte aufzuzwingen.

Hierzu wird seitens der Initiatoren so agiert, dass die Öffentlichkeit glaubt, hinter der Bewegung eine große Masse von Menschen mit derselben Position zu sehen. Damit wird eine gesellschaftliche Relevanz der Thematik vorgetäuscht.

Astroturfing ist meist gut koordiniert und es werden zu bestimmten Zeiten bestimmte Meldungen und Themen platziert, um die Bewegung weiter aufzublasen. Hierzu bedienen sich die Initiatoren der sozialen Netzwerke, Leserbriefen, Blogeinträgen und anderen Plattformen. Zunehmend kommen auch Social Bots zum Einsatz. Dabei ist nicht nur die Veröffentlichung der Inhalte Praxis, sondern auch deren Kommentierung und Weiterverbreitung durch Likes und Sharen. Zudem werden während der Kampagne gezielt Emotionen eingesetzt, um eine größtmögliche Authentizität zu schaffen. Im besten Fall springen reale User und Teile der Gesellschaft auf die Kampagne auf und verstärken deren Wirkung.

Gibt es Astroturfing in Deutschland?

Astroturfing ist auch in Deutschland hin und wieder Thema. So geriet beispielsweise die Deutsche Bahn 2007 in den Verdacht, mit angeblich unabhängigen Umfragen Stimmung gegen die Streiks von Lokführern gemacht zu haben. Mit der FDP war auch ein politischer Akteur von diesem Vorwurf betroffen. Der Freien Demokratischen Partei wurde vorgeworfen, 2010 FDP-freundliche Kommentare ein einem Forum veröffentlicht zu haben.